In unserer heutigen Leistungsgesellschaft kommt die Regeneration oft zu kurz. Neben beruflichen und privaten Anforderungen können intensive Sportaktivitäten, der Konsum von TV und elektronischen Medien am späten Abend sowie Alkoholkonsum die Regeneration im Schlaf zusätzlich negativ beeinträchtigen.

Solange die Regenerationsfähigkeit vorhanden ist, können auch längere Phasen erhöhter Anspannung im Berufs- oder Privatleben kompensiert werden. Ist dies jedoch nicht der Fall, drohen längerfristig physische und psychische Beeinträchtigungen bis hin zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Burnout.

Balance zwischen Anspannung und Regeneration

Um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben, ist der Organismus auf das Wechselspiel zwischen Aktivieren und Regenerieren angewiesen. Dieses wird unter anderem über das vegetative Nervensystem gesteuert, das wichtige Funktionen wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck und Verdauung reguliert.

Sympathikus und Parasympathikus sind die beiden Gegenspieler des vegetativen Nervensystems. Sie bewirken, dass sich der Abstand zwischen zwei Herzschlägen ständig leicht verändert und sich damit den wechselnden Anforderungen im Alltag anpasst. Das nennt man Herzratenvariabilität (HRV). Die HRV ist umso höher, je entspannter der Organismus ist und verringert sich bei körperlichen oder seelischen Belastungen.

HRV-Messung: ein objektives und präzises Verfahren

Die 72-Stunden-HRV-Messung gibt objektive Informationen zum Ist-Zustand eines Menschen. Sie gibt für den Zeitraum der Messung Auskunft über die körperlichen Aktivitäten hinsichtlich Intensität und Trainingseffekt. Die Messung erlaubt zudem Rückschlüsse darauf, ob Veränderungen situativ sind oder ob bereits Einbussen an der Substanz vorliegen, d.h. die Regenerationsfähigkeit eingeschränkt ist.

Einfache Durchführung

Die Durchführung der Messung ist sehr einfach. Der Mitarbeitende erhält einen HRV-Recorder per Post, den er mit zwei Klebeelektroden direkt am Körper anbringt. Der kleine Recorder ist unter der Kleidung weder sichtbar noch störend.
Während drei Tagen und Nächten – also über insgesamt 72 Stunden – wird nun die Herzratenvariabilität gemessen. Der Mitarbeitende bekommt dazu Zugang auf ein elektronisches Tagebuch. Er dokumentiert darin seine wesentlichen Aktivitäten wie etwa Arbeits- und Schlafenszeit, Training und besondere Ereignisse. Im Anschluss an die Messung bespricht ein Arzt die Ergebnisse  mit dem Mitarbeitenden.

Motivation zur Verhaltensänderung

Ziel der HRV-Messung ist es, den Mitarbeitenden auf seine persönlichen stressauslösenden Faktoren, die Schlafqualität sowie den Trainingseffekt zu sensibilisieren. Faktoren, die subjektiv als entspannend empfunden werden, jedoch in Realität die Regeneration stören, können identifiziert und aufgezeigt werden. Diese Analyse ist somit eine wesentliche Voraussetzung, um einen allfälligen Veränderungsbedarf und mögliche Massnahmen zur Veränderung aufzuzeigen.

Zahlreiche Folgeangebote

SWICA bietet auf Wunsch des Unternehmens als Folgeangebote Impulsvorträge oder Workshops zu relevanten Themen wie Resilienz, Stressmanagement, Achtsamkeit oder Schlaf an.

Mitarbeitende mit kritischen Werten können ein persönliches Coaching über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten belegen. Dabei wird der Mitarbeitende darin begleitet, seine stressauslösenden Faktoren zu erkennen, eigene Ressourcen zu (re-)aktivieren und seine Regenerationsfähigkeit zu fördern.

Nach dem Coaching empfiehlt es sich, die 72-Stunden-HRV-Messung zu wiederholen. So können erste Veränderungen aufgezeigt werden, was die Motivation erhöht, die Massnahmen fortzusetzen. Auf diese Weise können Mitarbeite ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit langfristig erhalten.

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