Matthias Engels testet bei SWICA das neue Rechnungsprüfungssystem. Dabei hilft ihm sein analytisches und fokussiertes Denken. Eine Fähigkeit, die bei ihm stärker ausgeprägt ist als bei anderen Menschen. Matthias Engels hat das Asperger-Syndrom.

Pro Jahr prüft SWICA rund zehn Millionen Leistungsabrechnungen. Dazu nutzt die Gesundheitsorganisation eine Software. Derzeit wird ein neues System eingeführt. Matthias Engels überprüft das System und findet heraus, wo Abweichungen zum bisherigen System existieren. Es ist eine Arbeit, die fokussiertes, analytisches und logisches Denken erfordert und die viel mit Zahlen zu tun hat. An sich etwas, das für Aussenstehende typisch ist für IT-Projekte. Doch Matthias Engels ist kein typischer IT-Mitarbeiter. Er hat das Asperger-Syndrom.

Die ideale Besetzung

«Für Menschen wie mich ist es typisch, dass wir eine andauernde Konzentration haben», erklärt Matthias Engels. «Wir können uns intensiv mit einem Thema, das uns sehr interessiert, beschäftigen und werden darin regelrechte Spezialisten.» Sein Faible für Details macht ihn zur idealen Besetzung für die Stelle bei SWICA. «Wenn ich ein Problem sehe, will ich die Ursache erkennen und die Lösung finden. Da bleibe ich hartnäckig», sagt der 25-Jährige.

Matthias Engels hat eine Informatik Lehre mit Eidgenössischem Fähigkeits-Zeugnis abgeschlossen. Er hat bereits in der Systemtechnik und in Softwareprojekten mitgearbeitet. Von Mitte Oktober 2019 bis Mai 2020 wirkt er bei SWICA im Projekt «eClaimPlus» mit. Angestellt ist er bei der Schweizer Niederlassung der Firma auticon. auticon bietet international IT-Beratungen an und beschäftigt ausschliesslich Menschen im Autismus Spektrum als Consultants.

Ein Entscheid, der sich gelohnt hat

«Die Firma auticon hat Mitarbeitende, die über Kompetenzen verfügen, die für das Projekt «eClaimPlus», also für die Einführung des neuen Rechnungsprüfungssystems, wichtig sind», sagt Daniel Rochat, Mitglied der Geschäftsleitung von SWICA.

Dennis Behne, Teamleiter Projekt- und Prozessmanagement bei SWICA, ist der Vorgesetzte von Matthias Engels. Er hat nicht gezögert, als ihm vorgeschlagen wurde, den 25-Jährigen in sein Team aufzunehmen. «Für mich war sofort klar: Das machen wir.»

Unter dem Strich hat sich dieser Entscheid für Dennis Behne mehr als gelohnt. «Matthias passt menschlich sehr gut ins Team und ist fachlich eine unglaubliche Bereicherung», sagt er. «Er ist als Mitarbeiter zudem ein Selbstläufer und braucht kaum Führung. Ich gebe ihm einen Auftrag oder stelle ihm eine Frage und er kümmert sich darum, bis er eine Lösung gefunden hat», sagt Dennis Behne und lacht. «Vielleicht müsste ich stärker den Kontakt suchen.» Matthias Engels verneint. «Ich kann ja fragen. Und mit dem Team habe ich in den Kaffeepausen einen Austausch.»

Er will den Fokus breit halten

Im Gespräch merkt man Matthias Engels nicht an, dass er in gewissen Belangen anders ist als der Durchschnittsmensch. «Ein paar Eigenarten habe ich schon, aber ich habe gelernt, diese etwas zurückzuhalten.» Er sagt, ihm sei wichtig, dass Sitzungen sachlich und fokussiert ablaufen. Er mag nicht viel Drumherum. Er spricht sachlich, bringt’s auf den Punkt – und in einem sehr schnellen Tempo. Er ist ein Schnelldenker, ein Zahlenjongleur, der die Zeit bei SWICA geniesst.

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