Ein ungünstiges Verhältnis von Belastungen und Ressourcen am Arbeitsplatz kann die Gesundheit gefährden. Davon betroffen sind gemäss dem Job-Stress-Index 2018 27,1 Prozent der Erwerbstätigen in der Schweiz. Umso mehr sind betriebliche Gesundheitsmassnahmen sinnvoll, um die Resilienz, also die psychische Widerstandsfähigkeit der Mitarbeitenden zu stärken.

Die Erhebung des Job-Stress-Index von Gesundheitsförderung Schweiz zeigt die Zusammenhänge auf zwischen Arbeitsbedingungen, Stress und gesundheitlicher Beeinträchtigung. Das Stress-Monitoring ermittelt regelmässig drei Kennzahlen zum Ausmass von arbeitsbedingtem Stress und zu dessen Auswirkungen auf die Gesundheit und Produktivität von Erwerbstätigen: den Job-Stress-Index, den Anteil Erschöpfter und das ökonomische Potenzial von Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in Bezug auf Stress.

Stress bezeichnet ein Ungleichgewicht zwischen den Belastungen, mit denen eine Person am Arbeitsplatz konfrontiert wird, und den verfügbaren Bewältigungsmöglichkeiten (Ressourcen). Diese Dysbalance kann das Wohlbefinden einschränken; chronisch arbeitsbedingter Stress kann zu Krankheiten führen.

Ressourcen und Belastungen im Gleichgewicht; Quelle: Gesundheitsförderung Schweiz

Ressourcen als entscheidender Faktor

Ressourcen ermöglichen es Erwerbstätigen, Belastungen zu bewältigen. Mit anderen Worten, wer bei zu hohen Belastungen zu wenige Ressourcen hat, riskiert gesundheitliche Probleme. Davon sind 2018 rund ein Viertel der Erwerbstätigen (27,1 Prozent) betroffen, wie die Resultate der Erhebung zeigen. Der Anteil emotional erschöpfter Personen tendiert dabei gegen 30 Prozent. Zwar verfügen 46,4 Prozent über ein ausgeglichenes Verhältnis, trotzdem kann hier jederzeit ein Ungleichgewicht entstehen. Um dies zu vermeiden und die Resilienz der Mitarbeitenden zu stärken, sollte diese Gruppe angemessen unterstützt werden. Nur gerade 26,5 Prozent der Erwerbstätigen verfügen über mehr Ressourcen als Belastungen.

Produktivitätsverluste vermeiden

Würde für alle Erwerbstätigen ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Ressourcen und Belastungen bestehen, könnten die Unternehmen ein ökonomisches Potenzial von rund 6,5 Mrd. Franken ausschöpfen. Damit ist der Kostenfaktor «Stress» gemeint, besser bekannt als Produktivitätsverlust, der etwa einem Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts entspricht.

Verursacht werden diese Produktivitätsverluste durch den sogenannten Präsentismus und den Absentismus, die sich über ein Absenzenmanagement beeinflussen lassen. Interessanterweise wird der Absentismus mit 3,3 Prozent häufiger thematisiert, obwohl der Präsentismus mit 11,3 Prozent einen wesentlich höheren Anteil an den Produktivitätsverlusten ausmacht.

Fokus Alter, Geschlecht und Bildung

Im Job-Stress-Index 2018 wurden drei Fokusbereiche vertieft angeschaut: Alter, Geschlecht und Bildung. In Bezug auf das Alter zeigte sich, dass jüngere Arbeitnehmende häufiger einen ungünstigen Job-Stress-Index aufweisen. Dies zeigt sich auch in den gesundheitsbedingten Produktivitätsverlusten, die mit zunehmendem Alter sinken. 40- bis 65-jährige Erwerbstätige berichten über vorteilhaftere Arbeitsbedingungen, positive Arbeitseinstellungen und über weniger emotionale Erschöpfung. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern in diesem Fokus sind marginal. Jedoch geht eine höhere Bildung tendenziell mit weniger Belastungen und mehr Ressourcen einher. Dies ist vermutlich auf einen höheren Handlungsspielraum im Berufsalltag zurückzuführen.

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