Wo körperlich gearbeitet wird, können Fehlhaltungen und Belastungen der Gesundheit schaden und Ausfälle verursachen. Zur Prävention setzt Coop in seinen Produktionszentren ein breit abgestütztes Ergonomieprogramm ein, das mit SWICA entwickelt wurde.

Ergonomisch korrektes Arbeiten ist eine Voraussetzung, damit Mitarbeitende gesund und leistungsfähig bleiben. Körperliche Überlastungen beim Heben, Tragen, Ziehen oder Schieben von Lasten sowie monotone repetitive und statische Belastungen gehören zu den häufigsten Gründen für Beschwerden am Bewegungsapparat. Zusammen verursachen sie nach Schätzungen der Suva einen Drittel aller Absenztage von Mitarbeitenden.

Ergonomie am Arbeitsplatz als Jahresziel

Verantwortungsvolle Arbeitgeber investieren daher in ergonomisch richtig ausgestattete Arbeitsplätze und ebensolche Abläufe sowie in die Ausbildung des Personals. Beim Detailhandelsunternehmen Coop Schweiz ist Ergonomie ein grosses Thema. Seit rund zehn Jahren betreibt die Gruppe mit über 50 000 Mitarbeitenden schweizweit ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Zusammen mit Krankenversicherer und BGM-Anbieter SWICA wurde ein differenziertes Ergonomieprogramm namens «ErgoFIT» entwickelt, das seit 2021 Mitarbeitende und ihre Vorgesetzten während mehreren Monaten begleitet und dessen Erfüllung zum Teil sogar als Jahresziel verankert ist.

In einer ersten Phase wurden ungefähr 100 Mitarbeitende mit bestehenden gesundheitlichen Beschwerden, die auf Ergonomieprobleme zurückzuführen sind, einzeln befragt. Welche Symptome weisen sie auf, welche Einschränkungen entstehen daraus? Die individuelle Beratung umfasste zum Beispiel das Vermitteln von Ausgleichsübungen, das Zusammenstellen eines kleinen Trainingsprogramms und die Empfehlung einfacher physikalischer Massnahmen oder Hilfsmittel wie etwa der Einsatz eines Balance-Pads. Auch ein Kontakt zum Care Management wurde in schwereren Fällen hergestellt, um eine nahtlose Weiterbetreuung zu gewährleisten. In der Folge wurde der Arbeitsplatz analysiert: Welche Bewegungen erfordert die Tätigkeit? Muss der Mitarbeitende zum Beispiel häufig über Kopf arbeiten? Und, davon abgeleitet: Kann der Arbeitsplatz angepasst oder die Arbeitsorganisation verbessert werden?

Vorgesetzte zu fachkundigen «Promotoren» ausbilden

In der gegenwärtig laufenden dritten Phase erfolgt die Evaluation und Fallbesprechung mit Vorgesetzten, HR-Fachverantwortlichen und Betriebsleitenden: Sind neben den individuellen Arbeitsplatzverbesserungen auch Massnahmen auf Betriebsebene nötig? Der praktische Teil besteht aus einer Art Postenlauf mit vier Stationen, wo die Führungskräfte in korrekter Ergonomie geschult werden. Dieses Wissen sollen sie als «Promotoren» anschliessend an die Basis tragen, ihre Mitarbeitenden entsprechend beobachten und wenn nötig anleiten.

Als Werkzeuge dienen unter anderem eine Reihe von Videos, die von SWICA im Coop Produktionszentrum in Pratteln und Schafisheim realisiert wurden. Sie zeigen ergonomisch korrekte Bewegungsabläufe, zum Beispiel, wie Belastung verteilt werden kann, um Einseitigkeit zu vermeiden. Ein Grund für den Einsatz von Videos in Ergänzung zu Flyern oder Postern ist, dass in den Produktions- und Logistikzentren Menschen aus 40 Nationen arbeiten, was die schriftliche Kommunikation erschwert. Die Videos bezwecken, dass die Botschaften möglichst alle erreichen und nachhaltig wirken. «Das Wichtigste ist der Transfer des Wissens in die Praxis. Das Präventionsmanagement von SWICA unterstützt uns dabei super. Gemeinsam entwickeln wir das Programm weiter», sagt Patrick Weibel, Leiter BGM Coop.

 

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