Beratungsgespräch Präventionsmanager

Die Spezialistinnen und Spezialisten des SWICA-Präventionsmanagements beraten Unternehmen aller Grössen und Branchen ganzheitlich zu Fragen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Alexander Gorte, Senior Spezialist Präventionsmanagement bei SWICA, verrät im Interview, warum für Unternehmen ein individuell abgestimmtes BGM-Konzept wichtig ist und was ihn an seinem Job besonders reizt.

Alexander Gorte, Prävention verhindert oder reduziert gesundheitliche Probleme sowie deren negative Auswirkungen. Wie kann man sich ihren Job dabei vorstellen?

Meine Tätigkeit reicht von Beratungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) für Geschäftsführende und HR-Leitende über die Planung und Umsetzung von Führungsschulungen im Bereich Präsenz- und Absenzenmanagement bis zu Referaten vor Fachpublikum. Pro Jahr sind das über hundert Kundentermine. Das macht meinen Job sehr abwechslungsreich. Er bietet viel Handlungsspielraum und erfordert ein hohes Mass an Selbstständigkeit und Überzeugungskraft. Als Vater einer vierjährigen Tochter schätze ich deshalb die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr.

Und wie wird man Spezialist im Präventionsmanagement? Das ist ja kein alltäglicher Beruf. Wie sieht ihr Werdegang aus?

Ich bin sportverrückt und habe schon als Junge bis tief in die Nacht Fussball gespielt. Schon während der Schulzeit war klar, dass ich später etwas mit Sport machen möchte. So entschied ich mich dazu, an der Uni Konstanz Sport und Wirtschaft zu studieren. Als wissenschaftliche Hilfskraft bin ich dort per Zufall in die Projektgruppe BGM reingerutscht. Es hat mir von Anfang an Spass gemacht Mitarbeitenden-Umfragen auszuwerten, BGM-Programme zu planen oder Evaluationen durchzuführen. Dann folgten diverse Praktika im Bereich BGM, unter anderem bei einem Automobilkonzern und einem Pharmaunternehmen in Deutschland.

Parallel dazu habe ich semiprofessionell aktiv Fussball gespielt. Nach meinem Masterabschluss hat sich meine fussballerische Laufbahn ‒ unter anderem verletzungsbedingt ‒ nicht wie gewünscht entwickelt. So stand ich mit Ende zwanzig vor der Frage, in welche Richtung es beruflich gehen soll. Nach einer sechsmonatigen Auszeit und Reflexionsphase war mir klar, dass BGM das ist, was ich machen möchte. Und so bin ich im Jahr 2017 als Spezialist Präventionsmanagement zu SWICA gestossen.

Warum ist Präventionsmanagement als Teil des BGM so wichtig für Unternehmen?

Für Unternehmen ist es wichtig, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich die Mitarbeitenden wohl fühlen und zufrieden sind. Ein Zitat eines Kunden bringt es auf den Punkt: «Wichtig ist, dass die Leute sich genauso auf die Arbeit freuen, wie aufs Wochenende.» Mit unseren Angeboten im Bereich Präventionsmanagement unterstützen wir die Mitarbeitenden unserer Unternehmenskunden dabei, gesund zu bleiben und bei Krankheit schnell wieder gesund zu werden. Und letztendlich geht es auch darum, die Gesundheitskompetenz der Mitarbeitenden zu stärken und sie zu einem bewussten und selbstverantwortlichen Umgang mit ihrer eigenen Gesundheit zu motivieren.

Was reizt sie besonders an ihrer Aufgabe und gibt es Aspekte, die ihnen nicht gefallen?

Kritische Menschen reizen mich besonders und ich finde es spannend, mich immer wieder den sich verändernden Kundenbedürfnissen anzupassen. Ich bin kein Freund von halben Sachen, aber damit habe ich mittlerweile gelernt umzugehen. Nicht jeder kommt aus dem Leistungssport und das gilt es zu respektieren. Wenn der Kunde seine eigene Geschwindigkeit laufen möchte, dann passe ich mittlerweile mein Lauftempo an. Das musste ich aber erst lernen.

Manchmal fällt es mir schwer zu akzeptieren, dass Kunden Prävention oft nur aus der «Hier-und-Jetzt-Perspektive» betrachten. Denn Prävention erfordert einen langen Atem: Präventionsmassnahmen wirken in der Regel nicht von heute auf morgen und sind erst mit einer mehrere Jahre umfassenden Journey mess- und sichtbar. Um nachhaltige Resultate zu erzielen, streben wir eine langjährige Zusammenarbeit an.

Teilzeitpensen, zeitlich und örtlich flexibles Arbeiten, die zunehmende Digitalisierung ‒ die Bedürfnisse von Berufstätigen wandeln sich. Wie begegnet das BGM von SWICA diesen Herausforderungen?

Kundennähe ist uns sehr wichtig und wir beziehen unsere Kunden bei der Entwicklung unserer Dienstleistungen mit ein. Sei es mit Angeboten wie «Boundary Management» ‒ der bewussten Gestaltung der Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben, oder «Arbeit 4.0», wo es darum geht, Agilität und Führung sowie Entwicklungstendenzen auf dem Arbeitsmarkt zu diskutieren. Aber auch mit unseren Referaten und Workshops zu Lifestyle-Themen wie Ernährung, Bewegung, Schlaf und Regeneration sind wir am Puls der Zeit. Teilweise bieten wir diese auch als E-Learnings und Webinare oder in hybrider Form an.

Wie hat sich der Stellenwert der Gesundheit am Arbeitsplatz seit der Corona-Pandemie deiner Meinung nach verändert?

Wir haben selber eine kleine Stress-Befragung entwickelt und mittlerweile über 5 000 Teilnehmende gefragt, wie zufrieden sie mit ihrem Gesundheitszustand sind. Die Auswertung zeigt: Seit der Pandemie 2020 hat sich die subjektive Wahrnehmung des eigenen Gesundheitszustands der Befragten kontinuierlich verschlechtert. Die Offenheit, gerade in Bezug auf die psychische Gesundheit im betrieblichen Kontext, ist meiner Meinung nach gestiegen. Dies erlebe ich in Beratungen und Workshops mit Geschäftsleitenden, Personalverantwortlichen und Führungskräften. Die Entwicklungen gehen in die richtige Richtung.

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