Die SWICA Care Manager betreuen und begleiten arbeitsunfähige Mitarbeitende mit dem Ziel, sie dauerhaft wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren und eine Invalidisierung zu verhindern. Dabei arbeiten sie mit allen am Prozess beteiligten Partnern zusammen und planen gemeinsam konkrete Wiedereingliederungsmassnahmen.

Der 28-jährige Peter W.* leidet unter einer Erschöpfungsdepression und ist seit November arbeitsunfähig. Aufgrund von suizidalen Gedanken lässt er sich in die geschlossene Abteilung einer Klinik einliefern. Nach rund vier Wochen kann Peter W. auf die normale stationäre Abteilung wechseln. Sein Arbeitgeber hat mittlerweile einen SWICA Care Manager hinzugezogen.

Der Care Manager kontaktiert Peter W., um herauszufinden, was vorgefallen ist und wie es ihm jetzt geht. Peter W. hatte vor seinem Zusammenbruch eine Kaderposition mit Führungsverantwortung. Es stellt sich die Frage, ob Peter W. wieder zu dieser Position zurückkehren wird oder ob er als Fachmitarbeiter eine neue Rolle übernehmen kann.

Mitte Januar kann Peter W. die Klinik verlassen. Danach wird er in einer Tagesklinik verschiedene Therapien durchlaufen und an seiner Tagesstruktur arbeiten (Haushalt machen, Einkaufen, Sport, etc.). Zusätzlich wird Peter W. einmal pro Woche eine Psychotherapeutin aufsuchen.

Im Rahmen eines Roundtables werden im Februar erstmals alle Beteiligten an einen Tisch geholt: Peter W., der Arbeitgeber, die Invalidenversicherung und der Care Manager. Jetzt wird das weitere Vorgehen besprochen und die Möglichkeiten zur stufenweisen Integration an den Arbeitsplatz aufgezeigt.

Rückkehr in den Arbeitsprozess

Der Zustand von Peter W. hat sich mittlerweile stabilisiert. Er hält sich an die neue Tagesstruktur und bereitet sich nun auf seinen ersten Arbeitsversuch im März vor. Zum Start fängt er mit einem 30-Prozent-Pensum an, das auf drei Nachmittage verteilt ist. Bei der Arbeitsgestaltung wird festgelegt, dass er ohne Termindruck arbeitet und regelmässige Mikropausen einlegt.

Es finden erneute Roundtables mit allen Beteiligten und verschiedene Gespräche sowohl mit dem Care Manager als auch mit dem Arbeitgeber statt. Insbesondere seine Psychologin setzt sich dafür ein, dass das Arbeitspensum von Peter W. bis Ende April bei 30 Prozent bestehen bleibt. Denn in der jetzigen Phase ist es prioritär, dass sein Selbstvertrauen wachsen und gedeihen kann.

Ab Mai erhöht sich sein Pensum auf 50 Prozent, die jeweils auf halbe Arbeitstage verteilt sind. Im selben Monat testet Peter W. erstmals aus, einen ganzen Arbeitstag in Angriff zu nehmen. Er fühle sich wieder gut, die Arbeit bereite ihm erneut Freude sowie auch das Team gibt ihm einen positiven Rückhalt. Ende Mai schliesst er mit der Tagesklinik ab. Ab Juni arbeitet Peter W. bereits 70 Prozent und ab Mitte Juli gar 80 Prozent.

Erfolgreiche Reintegration

Da Peter W. erfreuliche Fortschritte zeigt, sich wieder gut integriert fühlt und weiterhin stabil ist, legt der Care Manager per Ende Juli das Abschlussgespräch fest. Peter W. hat seinen Erschöpfungszustand erfolgreich überwunden, wie das Gespräch aufzeigt. Er hat gelernt, sich besser abzugrenzen und auch mal Nein zu sagen. Auch arbeite und lebe er bewusster. Seine Freizeit ist mit regelmässigem Sport, gärtnern in einem Gemeinschaftsgarten und gelegentlichen Motorradtouren ausgefüllt. Er weiss und ist dankbar, dass er in dieser schwierigen Situation immer auf seine Partnerin, seine Familie, den Arbeitgeber, seine Unihockeykollegen und SWICA zählen konnte. Diese Sicherheit habe viel zu seiner Genesung beigetragen. Auch besucht er regelmässig eine Burnout-Selbsthilfegruppe.

Dank der intensiven Zusammenarbeit aller Beteiligten und dem kooperativen Betroffenen konnte die Wiederintegration erfolgreich gestaltet werden. Besonders positiv in diesem Fall war, dass die Psychologin sich wirklich die Zeit genommen hatte, an den verschiedenen Roundtables dabei zu sein und aktiv mitzuwirken.

*Name geändert

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