Eine längere Arbeitsunfähigkeit stellt besonders kleinere Restaurationsbetriebe vor grosse Probleme. Dank der Unterstützung durch das Care Management lässt sich oft auch in scheinbar ausweglosen Situationen eine Lösung finden.

Eine schwere Krankheit, die mit einer längeren Absenz vom Arbeitsplatz verbunden ist, kommt oft völlig unerwartet. Den Koch Manuel S. (Name geändert) warf eine Krebsdiagnose völlig aus der Bahn. Fast von einem Tag auf den andern fand er sich im Spital mit Chemotherapie und Bestrahlung wieder, statt Menüs zu planen und unter Hochdruck Gäste zu bekochen.

Nach drei Monaten war der 49-Jährige vorerst über den Berg, aber so geschwächt, dass eine Rückkehr in den Job undenkbar schien. Nach weiteren zwei Monaten Rehabilitation gaben seine Ärzte grünes Licht für die schrittweise Wiederaufnahme der Berufstätigkeit. Doch wie sollte der einzige Koch Teilzeit arbeiten in einem Kleinbetrieb, in dem die Belastung stundenweise sehr gross ist?

Branche mit spezifischen Herausforderungen

«In der Gastronomie stellt die ungleichmässige Verteilung des Arbeitsvolumens über den Tag für die Wiedereingliederung eine Herausforderung dar», sagt Lars Stiffler, Leiter Care Management Unternehmen bei SWICA. «Während der Spitzenzeiten müssen Spitzenleistungen erbracht werden. Nach einer Krankheit oder einem Unfall ist das schwierig.»

Ausserdem seien die Arbeitgebenden wie im vorliegenden Fall häufig kleinere Restaurationsbetriebe und hätten keine Möglichkeit, jemanden intern umzuplatzieren. Bei grösseren und grossen Betrieben und Gastroketten liessen sich einigermassen adäquate Ersatzstellen in der Regel einfacher finden, wenn eine Arbeit aus körperlichen oder psychischen Gründen nicht mehr ausgeübt werden könne.

Auch der Besitzer des Restaurants und Chef von Manuel S. machte sich Gedanken, wie es mit seinem Küchenchef weitergehen würde. Er schätzte dessen Arbeit sehr und wollte ihn unbedingt weiterbeschäftigen. Zwei Köche zum Aufteilen der Arbeitslast konnte er sich aber nicht leisten.

Vernetzung mit allen betroffenen Parteien für die Wiedereingliederung

Einen Fall von langer Krankheitsabsenz hatte er bereits vor ein paar Jahren gehabt; eine Mitarbeiterin musste wegen chronischer Rückenprobleme ihren Job im Service aufgeben. Das Care Management des Krankentaggeldversicherers SWICA hatte damals vermittelt und der Betroffenen eine Stelle am Empfang eines Hotels beschafft, wo sie nicht so viel stehen und tragen musste. Der Restaurantbesitzer wandte sich deshalb erneut an SWICA.

Die zuständige Care Managerin erwirkte durch Absprache mit den behandelnden Ärzten und der Leistungsabteilung für Manuel S. eine Überweisung in eine Rehabilitationsklinik. Dieser konnte sich dort während nochmals sechs Wochen erholen und fasste neuen Mut für die Rückkehr in die Küche. Durch die Anstellung einer Hilfskraft erhielt er zudem Entlastung für das hektische Mittagsgeschäft.

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