Schweizer Unternehmen nehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden ernst. Wie das BGM-Monitoring 2020 von Gesundheitsförderung Schweiz zeigt, setzen 75 Prozent der Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitenden Massnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) um.

Die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden erhöhen, die Absenzrate senken, die eigene Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Schweiz gewinnt aus verschiedenen Gründen zunehmend an Bedeutung. Wie die Ergebnisse des zweiten repräsentativen BGM-Monitorings 2020 (nach 2016) von Gesundheitsförderung Schweiz zeigen, betreibt mehr als ein Viertel der Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden, exakt 26,3 Prozent, ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement BGM. 2016 waren es noch fast vier Prozent weniger. Die Hälfte aller Betriebe setzt immerhin einzelne BGM-Massnahmen um. Zusammen sind das über 75 Prozent der kleinen, mittleren und grossen Unternehmen. Ein Vergleich der beiden Befragungen von 2016 und 2020 zeigt, dass die Umsetzung von BGM umso systematischer erfolgt, je grösser der Betrieb ist.

Führungskräfte anerkennen die Bedeutung

Am weitesten verbreitet sind gemäss BGM-Monitoring Massnahmen zur Gestaltung ergonomischer Arbeitsplätze, zu guter Betriebs- und wertschätzender Führungskultur, gesundheitsförderlicher Aufgabengestaltung sowie zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Besonders letztere haben seit 2016 deutlich zugenommen. Nachholbedarf besteht bei der Sensibilisierung zu Stress und psychischer Gesundheit. Hier setzt Gesundheitsförderung Schweiz mit diversen Angeboten an.

Die Voraussetzungen für künftige Verbesserungen sind gegeben: In etwa 90 Prozent der Betriebe ist sich die Geschäftsleitung der Bedeutung von BGM bewusst und unterstützt entsprechende Bemühungen. In ebenso vielen Betrieben besteht die Bereitschaft, offen über das Thema «Arbeit und Gesundheit» zu sprechen. Gegenüber 2016 haben sich die Voraussetzungen für BGM in den Unternehmen verbessert. «Die Kunden kommen vermehrt aktiv auf uns zu, um unsere Dienstleistungen zu buchen», sagt Daniel Angst, Leiter Präventionsmanagement bei SWICA.

Unternehmen nutzen externe Unterstützung

Für die Umsetzung von BGM nutzen zwei Drittel der Betriebe externe Dienstleistungen und Werkzeuge wie das umfassende BGM-Angebot von SWICA. Dieser Anteil ist gegenüber 2016 insgesamt konstant geblieben. Während Beratungen, Schulungen, Hilfsmittel wie Checklisten und externes Case Management am häufigsten in Anspruch genommen werden, haben in den letzten Jahren Online Tools und Apps an Bedeutung gewonnen.

SWICA-Präventionsexperte Daniel Angst über die steigende Nachfrage nach BGM-Dienstleistungen, die durch sein Team erbracht werden. «Die Corona-Pandemie hat natürlich viele Aktivitäten gebremst, aber dennoch konnte sich unser Bereich stetig entwickeln. Massnahmen rund ums Absenzenmanagement sind sehr gefragt. Wir machen gute Erfahrungen mit Webinaren, zum Beispiel zu den Themen Resilienz, Immunsystem stärken, Ernährung oder Stress. Das sind wichtige Themen, wenn es um psychische Gesundheit geht, und es lohnt sich für die Unternehmen, da dran zu bleiben.»

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